EcoVadis Expertin Judith Ruppert-Zoltowski
EcoVadis in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln

Wie k枚nnen Unternehmen EcoVadis nutzen, um sich im Wettbewerb zu differenzieren - und was steckt wirklich hinter einer guten Bewertung?
In dieser Episode vom Podcast 鈥淭alking Proof鈥 spricht CEO & Co-Gr眉nder von 91桃色视频 Lukas Vogt mit , Gr眉nderin der Nachhaltigkeitsberatung und erfahrene EcoVadis-Expertin, 眉ber Chancen, Stolpersteine und strategische Ans盲tze rund um Nachhaltigkeitsratings. Mit 眉ber 15 Jahren Erfahrung im Bereich Nachhaltigkeit, teilt Judith Einblicke und beleuchtet h盲ufige Fehler. Gemeinsam beleuchten sie, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsleistung glaubw眉rdig kontinuierlich verbessern k枚nnen - und EcoVadis als echten Hebel f眉r Ver盲nderung nutzen k枚nnen.

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Kurz & knapp - darum geht鈥檚 in dieser Folge
EcoVadis ist f眉r viele Unternehmen Pflicht, f眉r manche Frust - und leider nur f眉r wenige ein echter Hebel f眉r Ver盲nderung. Wir besprechen:
- warum EcoVadis sich oftmals wie ein Strategiespiel anf眉hlt
- welche Fehler Unternehmen immer wieder machen
- warum 60鈥70 % der ben枚tigten Inhalte meist schon existieren
- und wie Unternehmen von 鈥濸unkte sammeln鈥 zu echtem Impact kommen
Am Ende findest du au脽erdem:
Drei konkrete Dinge, die Unternehmen jetzt tun k枚nnen, um EcoVadis nicht nur zu 鈥瀊estehen鈥, sondern strategisch zu nutzen.
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Der gesamte Podcast zum Nachlesen
Lukas: Hallo Judith. Ich freue mich sehr, dich bei Talking Proof zu begr眉脽en. Danke, dass du da bist.
Judith: Danke f眉r die Einladung, ich freue mich sehr.
Lukas: Du bist seit rund 15 Jahren im Nachhaltigkeitsbereich unterwegs, hast viele Unternehmen und Industrien gesehen. Erz盲hl doch mal kurz: Wer bist du und was hast du gemacht?
Judith: Ich bin Judith. Ich wurde fr眉her f眉r verr眉ckt erkl盲rt, weil ich Umweltmanagement studiert habe - nicht BWL, nicht Jura, nicht Medizin, sondern angeblich 鈥瀊rotlose Kunst鈥. Ich habe vor 15 Jahren bei einer Umweltberatung angefangen und mich drei Jahre sp盲ter selbstst盲ndig gemacht als Nachhaltigkeitsberaterin. Am Anfang habe ich vor allem CO鈧-Fu脽abdr眉cke berechnet und Zertifikate verkauft - damals war Nachhaltigkeit fast gleichbedeutend mit CO鈧. Sp盲ter kam das Thema Berichterstattung dazu, und 2017 bin ich bei EcoVadis gelandet. Seitdem ist EcoVadis mein t盲gliches Brot.
Lukas: Nicht alle kennen EcoVadis im Detail. Du arbeitest ja auf der Seite der Unternehmen, die bewertet werden. Kannst du das kurz erkl盲ren?
Judith: EcoVadis ist ein Nachhaltigkeitsrating. Unternehmen bekommen von ihren Kunden einen Fragebogen zugeschickt - oft mit der klaren Botschaft: Wenn ihr das nicht beantwortet, fliegt ihr raus. Man f眉llt den Fragebogen aus, bekommt einen Score und im besten Fall eine gute Medaille. Ich helfe Unternehmen dabei, diesen Fragebogen gut auszuf眉llen und ein m枚glichst gutes Ergebnis zu erzielen.
Lukas: Warum brauchen Unternehmen daf眉r Hilfe?
Judith: Aus ganz unterschiedlichen Gr眉nden: weil sie es zum ersten Mal machen, weil sich der Score seit Jahren nicht verbessert oder weil der Druck von Kundenseite extrem hoch ist. EcoVadis ist ein bisschen wie ein Strategiespiel ohne richtige Anleitung. Die Methodik ist zwar 枚ffentlich, aber kaum jemand hat Zeit, sich tief einzuarbeiten. Genau da komme ich ins Spiel.
Lukas: Aus unserer Erfahrung ist der Wettbewerbs- und Scoring-Gedanke ein riesiger Treiber. Sobald Unternehmen anfangen mitzuspielen, wollen sie auch gut abschneiden. Was sind aus deiner Sicht die gr枚脽ten Fehler, die Unternehmen machen?
Judith: Ganz klar: Zeitdruck. Viele wissen nicht, dass man die Frist verl盲ngern kann, und reichen dann unter Stress irgendwas ein. Ein weiterer Fehler: Fachabteilungen nicht einzubinden. Nachhaltigkeit wird oft an eine Person delegiert - dabei m眉ssen Einkauf, HR, Compliance, HSE usw. mit am Tisch sitzen. Und dann nat眉rlich: fehlendes Budget. Wenn das Management ein gutes Ergebnis will, aber kein Geld bereitstellt, wird es schwierig.
Lukas: Warum ist es so schwer, Fachabteilungen einzubinden?
Judith: Zeit und Priorit盲t. Mein Workshop dauert drei Stunden - und manchmal bekomme ich nicht mal alle Leute daf眉r zusammen. Am besten l盲uft es, wenn alle alles h枚ren. Dann merken sie pl枚tzlich: Oh, ihr habt daf眉r schon ein Dokument? Das brauchen wir auch! Da passiert das eigentliche Lernen im Unternehmen.
Lukas: W盲re mehr Zeit immer besser?
Judith: Nein. Ich hatte mal ein Projekt 眉ber acht Monate - das ist eingeschlafen. Der optimale Zeitraum liegt f眉r mich bei vier bis f眉nf Monaten: genug Zeit f眉r Umsetzung, aber auch genug Druck, damit wirklich etwas passiert.
Lukas: Gab es Projekte, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?
Judith: Ja, zum Beispiel eine kleine Firma in Sumatra, die f眉r einen gro脽en Reifenhersteller bewertet wurde. Sie hatten kaum Strukturen, aber riesige Motivation. Sie haben das als Chance gesehen, sich zu professionalisieren - und sich am Ende unfassbar 眉ber das Ergebnis gefreut. Oder ein Unternehmen, das aus der EcoVadis-Logik ein neues Gesch盲ftsmodell entwickelt hat - gezielt zur F枚rderung nachhaltigen Konsums.
Lukas: Stimmt es, wenn man sagt, dass oftmals 60鈥70 % der Dokumente meist schon da sind?
Judith: Ja. Sie hei脽en oft nur anders oder liegen irgendwo versteckt. Ein Klassiker: EcoVadis fragt nach einem Employee Handbook - das Unternehmen sagt: 鈥濰aben wir nicht.鈥 Und dann stellt sich raus: Es hei脽t einfach 鈥濽nternehmensleitfaden鈥.
Lukas: Und wovor haben CEOs am meisten Angst?
Judith: Vor Policies. Weil Ziele verbindlich werden. Wenn du reinschreibst, dass du bis 2028 den Abfall um 15 % reduzierst, musst du das auch tun. Aber genau das ist ja der Sinn.
Lukas: Wie unterscheidet sich EcoVadis von klassischen Managementsystemen wie ISO?
Judith: EcoVadis ist keine Zertifizierung, sondern ein Rating. Aber die Logik ist sehr 盲hnlich: Policies, Ma脽nahmen, Ziele, Reporting. Wenn es einen Standard g盲be, der einem Nachhaltigkeitsmanagementsystem am n盲chsten kommt, w盲re es EcoVadis.
Lukas: Wo strugglen Unternehmen am meisten?
Judith: Beim Nachhaltigkeitsbericht. Am Anfang sind alle 眉berw盲ltigt. Aber sobald das Grundger眉st steht, wird es leichter. Was jetzt noch fehlt, ist der n盲chste Schritt: Weg vom reinen Managementsystem hin zur echten Impact-Messung.
Lukas: Wenn man Compliance und Kundendruck mal ausblendet - was w眉rdest du Unternehmen empfehlen?
Judith: Sich selbst zu hinterfragen. Was ist unser Mehrwert - nicht nur finanziell? Wie kommen wir von 鈥濻chaden vermeiden鈥 zu 鈥瀙ositiven Beitrag leisten鈥? Das ist der n盲chste Schritt.
Lukas: Vielen Dank, f眉r das Gespr盲ch liebe Judith!
Judit: Danke dir, hat Spa脽 gemacht.
Drei Dinge, die Unternehmen jetzt tun k枚nnen
EcoVadis nicht im Zeitdruck starten: Viele Unternehmen machen sich das Leben unn枚tig schwer, weil sie unter hohem Druck einreichen. Empfehlung: Fr眉hzeitig planen (4鈥5 Monate), Meilensteine setzen und den Prozess als Projekt aufsetzen - nicht als Feuerwehr眉bung.
Nachhaltigkeit aus dem Silo holen: EcoVadis ist kein One-Person-Job. Einkauf, HR, Compliance, HSE und Qualit盲t liefern entscheidende Inhalte. Empfehlung: Alle relevanten Fachabteilungen gemeinsam an einen Tisch holen. Ein gemeinsames Kick-off spart sp盲ter Zeit, Diskussionen und doppelte Arbeit.
Vorhandenes sichtbar machen - bevor Neues geschaffen wird: 60鈥70 % der geforderten Dokumente existieren meist bereits, hei脽en nur anders oder liegen 鈥瀒rgendwo鈥. Empfehlung: Erst systematisch sammeln und 眉bersetzen, was schon da ist (Policies, Leitf盲den, Prozesse), bevor neue Dokumente geschrieben werden.
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